Der Regen hatte seit Tagen nicht aufgehört.
„Da befindet man sich schon auf dem obersten Plateau und es ist trotzdem keine der Sonnen zu sehen.“ Der Lemur wandte seinen Kopf von den Trümmerbergen am Horizont ab. „Es ist viel zu weit“, dachte er. „Wir werden es nie schaffen.“ Aber eine abgeschossene Kugel kehrt nicht zurück in ihren Lauf.
Das Schiff schien ein wenig zu ächzen, als die notwendige Kurskorrektur durchgeführt wurde. Sie waren spät dran. Sie flogen tief, um den bevorstehenden Kontrollpunkt zu täuschen. Von Blau nach Dunkelrot schimmernde Wolkenmeere versperrten Ihnen die Sicht: „Ich kanns nicht sagen!“ - „Sind wir noch richtig hier?“ Sein Kopf dröhnte vor Anspannung. Nur nicht umdrehen. Die Druckwelle drohte seinen Rücken zu versengen und trieb ihn gleichzeitig vorwärts. Er hatte vergessen, was ihn damals soweit gebracht hatte. Aber dieses Gefühl der Dringlichkeit war tief in seinen Zellen verhaftet geblieben.
Die Stadt war schon am Ende, lange bevor es geschah. Das Leben war bestimmt vom Kampf um die tägliche Ration und die Zuneigung Unbekannter. Alles, was gestern war, wurde wertlos über Nacht. Welcher Schacht führt heute die Nahrung? Wo sind die Verstorbenen entsorgt worden und bieten sie neuen Platz?
Die Luft flirrte vor Hitze und das Surren der Kühlaggregate ließ ihre Gespräche unentdeckt. Es war die Zeit der Spiele, die alle aus ihrem Bau vertrieb. Doch Gomez hatte keine Spiele mehr im Sinn. Seine fahlen Augen sahen angestrengt ins Dunkel, als er eine Stimme vernahm: „Ich habe Dich gesucht!“ - er spürte ihre Hand auf seinem Rücken. Zwischen den verwinkelten rußigen Altbauten und den schwankenden Glastürmen verbargen sie ihre Ängste und schmiedeten einen Plan.
Das Flackern der Neonröhren gab seinen sanften, übderdimensionalen Zügen etwas Verlorenes. Seine Hand schloss sich fester um den Gegenstand in seiner Tasche. Über ihm klagten zwei Raben über die anhaltende Dürre. „Wie wird dies enden?“ dachte Gomez. Und die Einsicht war nur einen Knopfdruck entfernt.
Als der Blitz mit einem gleißenden Aufbäumen in die Menge schlug, wurde dem Riesen bewusst, dass es kein Zurück mehr gab. Er hastete nach vorne und begann zu laufen. Das Chaos, welches er zurückließ, war vollkommen. Pfeiler und Masten bogen sich unter der Wucht der Explosionen. Die Brücken zwischen den Ebenen der Stadt spuckten ihre Last bunter Geschöpfe in den Abgrund, während die Schiffe und geflügelte Kreaturen verzweifelt versuchten, diesem Schicksal zu entgehen. Doch nur die Kleinsten und die Schnellsten hatten eine Chance. Er lief und lief, bis ihm das Herz bis zur Kehle schlug. Das war, als der Regen begann.
SUPER 700 wurde 2003 in Berlin gegründet. Es folgen erste Konzerte in Berliner Clubs, eine erste kleine Tournee durch Deutschland und die Schweiz. Das Minialbum WHEN HARE AND FOX HAD FUN erscheint Mai 2005 bei LASSO MUSIC. 2004 schrieben SUPER 700 Stücke für den Film “Dancing with myself”, der auf der Berlinale 2005 seine Premiere feiert. Es folgt eine ausgiebige Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Band lernt den amerikanischen Ausnahmeproduzenten GORDON RAPHAEL kennen, der sich in Berlin niederlässt und anfängt mit SUPER 700 zu arbeiten. Im Herbst 2005 und Frühjahr 2006 entsteht das Debüt-Album SUPER 700, das Ende Mai 2006 bei MOTOR MUSIC erscheint.